Umbau ohne Unterbruch

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Die Renovation eines grossen Bürogebäudes bei laufendem Betrieb erfordert eine sorgfältige Planung. In Lausanne verbindet das Projekt Bloom eine architektonische Neugestaltung mit einer energetischen Sanierung und der Umwidmung von öffentlichen Bereichen. Auf der komplexen Baustelle wurden Einschränkungen zum Impulsgeber für Lösungsansätze.

Das Dienstleistungsgebäude Bloom war Jahrzehnte unter dem Namen World Trade Center bekannt.
Text: Salomé Houllier Binder
Fotos: Dimitri Fostinis
19. Ausgabe / 2026

Das im Norden von Lausanne gelegene Dienstleistungsgebäude Bloom wurde kürzlich umfassend saniert. Der in den 1990er-Jahren erbaute Komplex war lange unter dem Namen World Trade Center bekannt. Er umfasst fünf Gebäudeteile mit einer Gesamtfläche von rund 17 000 Quadratmetern. Seine monumentale Architektur und eine auf die Automobilität ausgerichtete Organisation entsprachen nicht mehr den heutigen Nutzungsanforderungen und sollten in ein zeitgemässes Erscheinungsbild überführt werden.

Grundriss Erdgeschoss: Der Lageplan veranschaulicht die strukturgebende Rolle der Aussenbereiche sowie der zentralen Halle, die als Schnittpunkt der Besucherströme konzipiert ist. Seite 170: Das Dienstleistungsgebäude Bloom war Jahrzehnte unter dem Namen World Trade Center bekannt.
Die Passerellen zwischen den Gebäudeteilen, die heute aus Gründen der Erdbebensicherheit von den Bauten abgesetzt sind, zeugen von der strukturellen Komplexität des Ensembles und seiner baulichen Entwicklung.

Nach einer mehrjährigen Findungsphase beauftragte die Bauherrschaft Intershop die Halter AG 2023 als Totalunternehmer mit dem Projekt. Als Massnahmen wurden die architektonische Umgestaltung, eine energetische Sanierung, der Ersatz der technischen Anlagen sowie die Revitalisierung der öffentlichen Bereiche identifiziert. Das Lausanner Architekturbüro A-rr, das bereits in die Vorplanungen involviert gewesen war, begleitete auch die Realisierungsphase. Diese Organisation machte es möglich, Entscheidungen zu technischen, wirtschaftlichen und architektonischen Fragen übergreifend zu treffen.

Längsschnitt: Der Plan zeigt die Überlagerung der Etagen und die Struktur des Gebäudes. Er dokumentiert auch die Verbindungen von Büroetagen, öffentlichen Bereichen und Parkebenen sowie die Tiefe der Untergeschosse.
Grundriss 2. Obergeschoss: Die repetitiven Grundrisse waren ein Vorteil für eine in Phasen durchgeführte Renovation und die schrittweise Wiederinbetriebnahme.
Grundriss 1. Obergeschoss: Die Anordnung der Flächen um den Gebäudekern sowie die vertikale Erschliessung ermöglichen grosse Flexibilität in der Raumgestaltung.

Revitalisierung und Imagewechsel

Die offensichtlichste Veränderung von Bloom betrifft die Gebäudehülle. Die ursprüngliche Marmorfassade war veraltet und wies erhebliche Befestigungs- und Sicherheitsmängel auf. Fast 8000 Quadratmeter Stein mussten rückgebaut werden, was eine sorgfältige Logistik erforderte. Die Massnahme ermöglichte jedoch ein komplett neues Erscheinungsbild des Ensembles, das sich heute in einer Hülle aus eloxiertem Aluminium zeigt. Zusammen mit einer zwanzig Zentimeter starken Dämmung verbessert die neue Fassade die Energieeffizienz des Gebäudes erheblich, wobei das Volumen erhalten blieb. Der Ersatz des Marmors markiert somit einen bewussten Entscheid: den Verzicht auf Monumentalität zugunsten einer architektonischen Ausdrucksform, die aktuellen Nutzungsanforderungen besser entspricht.

Die Sanierung der Gebäudehülle war ein zentraler Bestandteil der integralen Projektabwicklung im Design-Build-Modell, welches das gesamte Projekt prägte. Halter arbeitete dabei bereits in den ersten Projektphasen eng mit der Bauherrschaft und den beteiligten Unternehmern zusammen, sodass architektonische, technische und wirtschaftliche Entscheidungen gemeinsam erarbeitet und kontinuierlich angepasst werden konnten. Dabei wurde auch die neue Metallfassade entwickelt, bei deren Planung Aspekte wie Energieeffizienz, Umsetzbarkeit, Baustellenlogistik und ästhetischer Ausdruck berücksichtigt wurden.

Die äussere Neugestaltung geht mit dem Umbau der öffentlichen Bereiche einher. Das Erdgeschoss, das schon immer als strukturierendes Element des Gebäudes diente, wurde zum wichtigsten Treiber für die Revitalisierung. Seine grosse Halle, in der früher eine breite Treppe zu einer Brasserie im Untergeschoss führte, wurde komplett neu organisiert. Mit dem Schliessen des Schachtes konnte ein grosszügiger, heller und durchgehender Raum auf einer Ebene geschaffen werden, der die Verkehrswege zwischen den Gebäuden bündelt und für Orientierung sorgt. Zudem bietet die Halle nun Platz für einen Empfang, informelle Treffen oder Veranstaltungen.

Zum Redesign des Erdgeschosses gehörten auch die Verlegung des Haupteingangs, der die Halle nun direkt erschliesst, sowie Arbeiten an den Aussenanlagen: Grüne Ruhezonen und Gemeinschaftsbereiche ergänzen den bestehenden Baumbestand und schaffen Orte der Erholung.

Arbeiten bei laufendem Betrieb

Von Anfang an gab es wesentliche Einschränkungen für die Umbauarbeiten. Die Büros, das Restaurant, der Kiosk, die Parkplätze und die sensiblen Infrastrukturen – darunter mehrere Rechenzentren im Untergeschoss – sollten in Betrieb bleiben. So kam der Baustellenorganisation eine besondere Rolle zu. In drei grossen Phasen wurden nach einem genauen Zeitplan jeweils ein Gebäude und darin etappiert ganze Etagen renoviert. Auf diese Weise konnte der laufende Betrieb aufrechterhalten werden.

Als zentrale Herausforderung erwies sich die Organisation der Schnittstellen. Die Eingänge, die Verkehrserschliessung und die Sicherheit wurden kontinuierlich der Entwicklung der Baustelle angepasst. Um eine klare Durchwegung zu gewährleisten, wurden temporäre Abschrankungen installiert und mit dem Fortschreiten der Arbeiten versetzt. Der Bauleitung, die im ständigen Austausch mit den Nutzenden war, kam hier eine entscheidende Rolle zu.

Darüber hinaus war die Sanierung mit erheblichen technischen und baulichen Herausforderungen verbunden, die für Bürogebäude aus dem späten 20. Jahrhundert charakteristisch sind. Der gesamte Komplex musste den aktuellen Erdbebenstandards angepasst werden. Diese erforderten die Trennung der Gebäudeteile voneinander – besonders an den Passerellen –, was umfangreiche Säge-, Verstärkungs- und Abstützarbeiten nach sich zog. Auch die bestehenden Böden wurden verstärkt, damit sie höhere Lasten aufnehmen können und eine grössere Flexibilität bei der Raumgestaltung ermöglichen.

In der viergeschossigen Tiefgarage erforderten korrodierte Armierungseisen umfangreiche Arbeiten, darunter eine Hydrodemolition und die Wiederherstellung der Abflussrinnen. Berücksichtigt werden mussten zudem die Nähe zum Flughafen Blécherette, die einen permanenten Kran unmöglich machte, Relaisantennen auf dem Dach und die vibrationsempfindlichen Rechenzentren im Untergeschoss.

In diesem Kontext kann das Ende 2025 abgeschlossene Projekt Bloom als eine echte Herausforderung gesehen werden. Die faktischen Hindernisse beeinflussten die technischen, baulichen und architektonischen Entscheidungen der am Umbau Beteiligten. Für den Totalunternehmer bestand die Herausforderung unter anderem darin, zwischen der Planung und den Gegebenheiten auf der Baustelle zu vermitteln. Die Sanierung wurde somit zu einem anspruchsvollen Prozess, der das Gebäude in einen neuen Lebenszyklus überführte.

Der Umbau verbesserte die technische Ausstattung und die Nutzungsqualität der Büroräume, ohne die bestehenden Strukturen zu verändern.
Die Büroetagen werden grösstenteils im Rohzustand mit offenliegenden technischen Installationen übergeben. Diese Konfiguration bietet den zukünftigen Mietern grosse Gestaltungsfreiheit und steht für das Konzept flexibler Räume, die sich mit den Nutzungsanforderungen weiterentwickeln können.
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Zusammenfassung

  • Bloom wurde umfassend modernisiert und neu positioniert: Das ehemalige World Trade Center in Lausanne erhielt eine neue architektonische Identität mit einer Aluminiumfassade, verbesserter Energieeffizienz und neugestalteten öffentlichen Bereichen, die den Standort attraktiver und zeitgemässer machen.
  • Die Umsetzung erfolgte im Design-Build-Modell: Durch die enge Zusammenarbeit von Bauherrschaft, Architekten und Halter konnten architektonische, technische und wirtschaftliche Anforderungen integriert geplant und laufend aufeinander abgestimmt werden.
  • Die grösste Herausforderung war die Sanierung im laufenden Betrieb: Büros, Gastronomie, Parkierung und Rechenzentren blieben während der Bauarbeiten in Betrieb. Komplexe technische Eingriffe, hohe logistische Anforderungen und zahlreiche Randbedingungen erforderten eine präzise Etappierung und Koordination der Arbeiten.

Diese Zusammenfassung wurde von GPT erstellt. Sie kann möglicherweise Fehler enthalten. Geprüfte Informationen entnehmen Sie bitte dem Artikel.

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