Planetensystem
Um ein Interieur optimal in Szene zu setzen, braucht es eine gute Grundbeleuchtung. Für raumgestaltendes Licht und Stimmung sorgen Leuchten, die auch durch Form, Material und Verarbeitung ins Auge fallen. Nun scheinen sich die Designer abgesprochen zu haben. Der runde Glasschirm ist ihr aktueller Favorit. Pate stand wohl die in den 1920er-Jahren gebräuchliche Hängeleuchte aus einem verchromten Metallrohr mit weissem Opalglasschirm. Sie hing vor allem in Schulhäusern und Bürogebäuden und wurde lange Zeit von namhaften Architekten wie Peter Behrens, Adolf Loos oder Josef Hoffmann eingesetzt.
Hängeleuchten und Lüster kommen dort zum Einsatz, wo gezielt Licht gesetzt werden soll und ein stilistisches Statement gefragt ist: im repräsentativen Eingangsbereich, in der Mitte eines Wohnraums, über dem Essplatz. Die neuen Entwürfe verbinden Funktionalität und Ästhetik und zeigen, dass das Spiel mit runden Glasschirmen vielfältige Formen zulässt.
Auch auf dem Tisch, der Konsole oder dem Sideboard zeigt die leuchtende Glaskugel, was sie kann. Ihre starke Strahlkraft bedarf nur wenig Beiwerks. Meist beschränken sich die Designer auf geometrische Formen wie den Kegel, die Halbkugel oder den Zylinder als Fuss. Interessant und praktisch sind auch Handgriffe, die die Leuchte mobil machen und ihr gleichzeitig Halt geben.
Wahre Solisten finden sich bei den Stehleuchten. Sie beweisen, dass eine Leuchte mehr kann, als nur Licht machen. Sie ist Objekt im Spannungsfeld zwischen Design und Kunst. Sie verbindet verschiedene Anwendungsmöglichkeiten wie die eines Paravents und einer Garderobe. Sie führt wie selbstverständlich einen kleinen Ablagetisch mit sich. Und mit etwas Farbe und Anleihen an die Siebzigerjahre wird sie gar zum modischen Statement.
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